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„Die Wand sagt mir, was ich draufmalen soll“

LINZ. Graffiti findet man in Unterführungen, auf Gebäuden, selbst auf Zügen. „Super“, ein Sprüher aus Linz, gibt im Gespräch Einblick in die Szene.

Tips: Wie bist du zum Sprühen gekommen?

Super: Es hat mich schon immer interessiert. Mittlerweile sprühe ich seit 15 Jahren und kenne viele Leute aus der Szene.

Tips: Was sprühst du hauptsächlich?

Super: Richtiges Graffiti besteht ja nur aus Buchstaben. Jeder Sprüher hat sein Pseudonym, meines ist eben „Super“. Das möchte man so oft wie möglich auf Wänden verewigen.

Tips: Kommt es auch vor, dass du illegal sprühst?

Super: Graffiti ist aus der Illegalität entstanden und die Illegalität wird vermutlich nie aufhören. Vielleicht wird sie weniger, wenn mehr legale Fläche zur Verfügung steht.

Tips: Ist man als Sprüher Einzelgänger?

Super: Nein, auf keinen Fall. Es ist wie ein Sport, man tritt im Team auf, in diesem Fall hat man seine „Crew“. Manche Sprüher sind auch in zwei oder drei verschiedenen Crews. Es hat etwas sehr soziales, man kennt sich untereinander.

Tips: Und woher weiß man, wo man legal sprühen darf?

Super: Auf der Linzer Homepage findet man die legalen Flächen. Manchmal kann man auch fragen und somit aus illegaler Fläche eine legale machen.

Tips: Erlebst du Toleranz?
Super: Ganz unterschiedlich. Manchmal bekomme ich auch Aufträge von Firmen oder Institutionen, beispielsweise von der Arbeiterkammer vor zwei Jahren.

Tips: Hast du vor dem Sprühen schon immer das Motiv im Kopf?

Super: So wie ich haben viele Sprüher ein „Black Book“. Ein Skizzenbuch, wo ich meine Ideen vorab schon zeichne. Wenn ich dann eine Wand sehe, sagt sie mir, was ich draufmalen soll. Es ist nur ganz selten, dass zwei Motive in Frage kommen.

Tips: Wie sieht es mit dem Nachwuchs in der Szene aus?

Super: Schlecht. Ich denke mal, die Jugendlichen haben kein Durchhaltevermögen mehr. Es ist harte Arbeit, damit man gut ist und für sich den eigenen Stil perfektioniert hat. Das geht eben nicht von heute auf morgen. Mithilfe von Workshops bringen wir Jugendlichen die Grundlagen bei.
Weibliche Sprüher, egal ob beim Nachwuchs oder den „alten Hasen“ gibt es kaum in Linz.
MUST HAVE
Mundschutz und Handschuhe sind die wichtigsten Accessoires im Umgang mit Sprühdosen und Co. In geschlossenen Räumen sind Masken, die Atemluft filtern können, besonders wichtig, da sie vor giftigen Dämpfen des Triebmittels schützen und gesundheitliche Risiken minimieren. Handschuhe bewahren die Haut vor dem Farbnebel und unerwünschten Farbspritzern.

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