SPRAYCITY.AT - GRAFFITI WRITING ARCHIVE - SINCE 2001

Ein Turm bekommt Farbe (diepresse.com)

Mehr als 800 Quadratmeter werden heute am Donaukanal besprayt. Unter anderem dabei: der renommierte Street-Art-Künstler Case Maclaim.

Was für die Fassade des früheren Kletterturms bei der Spittelauer Lände genau geplant ist, das will Case Maclaim noch nicht verraten. Ein Hund dürfte vorkommen, so viel hört man heraus. Der deutsche Street-Art-Künstler – mit bürgerlichem Namen Andreas von Chrzanowski – und seine Frau, Samira, lachen. Denn die Entstehung des Werks ist irgendwie Teil des Ganzen: Im Lauf des heutigen Tages dürfte sich nach und nach abzeichnen, was es wird.

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Was „Ikaruz“ mit Otto Wagner und „Ultras Rapid“ verbindet (diepresse.com)

Phänomen Sprayer oder: Wo genau muss unsere Coolness enden?

Kein ganzes Jahr ist vergangen, seit man Wien um eine historische Preziose besonderer Art bereichert hat: Die Rede ist von jenen zweieinhalb Metern Otto-Wagner-Geländer am Wiener Franz-Josefs-Kai, die man zum 100. Todestag Wagners in der ursprünglichen Farbe – nämlich weiß und nicht resedagrün – getüncht hatte. Bei selber Gelegenheit war auch das umgebende Steinmauerwerk neu gefasst worden, was das kleine Ensemble aufs Reinste erstrahlen ließ. Das freilich nicht einmal bis zur Präsentation: Kaum aufgehellt, wurde es auch schon zum Objekt von Sprayer-Begierden, die noch jeden der zahlreichen späteren Versuche, den runderneuerten Zustand wiederherzustellen, binnen Kürze zunichtemachten. Zustand derzeit: siehe Foto.

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Räuber und Graffiti-Sprayer in Wien-Döbling gefasst (diepresse.com)

Binnen weniger Minuten wurden in Wien-Döbling ein 20-Jähriger, der Jugendliche beraubt hatte, und ein 17-Jähriger, der eine U-Bahn besprüht hatte, gefasst.

Binnen weniger Minuten hat die Polizei in der Nacht auf Sonntag in Wien-Döbling einen Räuber und einen Graffiti-Sprayer gefasst. Ein 17-Jähriger hatte eine U-Bahngarnitur in der Gunoldstraße besprüht, er wurde von Securitys angehalten. Unweit davon, nahe des Bahnhofs Heiligenstadt, raubte ein 20-Jähriger kurze Zeit später zwei Burschen aus. Beide Männer wurden auf freiem Fuß angezeigt.

Security-Mitarbeiter beobachteten kurz vor 3.00 Uhr, wie der 22 Jahre alte russische Staatsbürger gemeinsam mit einem Komplizen die U-Bahn besprühte. Als die Sprayer die Sicherheitsmänner bemerkten, flüchteten sie. Den 22-Jährigen konnten die Securitys schnappen und der Polizei übergeben. Er hatte mehrere Lackspraydosen bei sich.

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ÖBB gehen auf die Sprayerjagd (diepresse.com)

Sicherheit. Ein Netzwerk aus Kameras und Sensoren soll künftig helfen, Vandalismus gezielter zu bekämpfen. Es könnte auch genutzt werden, um kleinere Bahnhöfe zu überwachen.

Auch wenn er sich früher eher mit Geiselnahmen und Banküberfällen befasste, ist Vandalismus für ihn kein Bagatelldelikt. „Graffiti-Sprayer verursachen jedes Jahr allein bei den Bundesbahnen Schäden im zweistelligen Millionenbereich. Die Reinigung von Zügen und Infrastruktur ist extrem aufwendig und daher teuer“, sagt Christoph Gsottbauer. Der Geschäftsführer der Firma PRM Safeline war zuvor vier Jahre beim Bundesheer und zehn Jahre bei der Polizei – die meiste Zeit bei der Cobra. Dann machte er sich selbstständig und kümmert sich seither vor allem um Lösungen für besondere Sicherheitsnischen.

Und Nischen sind es buchstäblich, die ihn im Projekt Safeline interessieren: schlecht einsehbare Stellen auf Bahnhöfen, etwa unter Rolltreppen. Aber fast noch mehr auch sichtbare Plätze wie Brückenpfeiler, Unterführungen oder Mauern entlang von U-Bahnstrecken. Denn: „Je mehr Menschen ein Graffiti sehen, desto mehr Prestige bringt es dem Sprayer“, sagt er.

Nur ein Hund verlaufen?

Seit eineinhalb Jahren arbeitet er gemeinsam mit einem Team der ÖBB Infrastruktur an einem neuen Überwachungssystem, das verschiedene Technologien verbindet: Bewegungsmelder, Infrarot- und Kamerasensoren. Die Hardware gibt es zu kaufen, neu ist deren Vernetzung und die Koppelung mit einem Sicherheitsmann: Werden die Sensoren ausgelöst, filmen Kameras eine Sequenz von acht Sekunden. „Anhand der Aufnahmen lässt sich prüfen, ob sich etwa nur ein Hase oder Hund auf den Schienen verlaufen hat oder dort ein Mensch geht, der sich hier eigentlich nicht aufhalten dürfte. Erst dann schlägt der Verantwortliche Alarm“, erklärt Robert Böhm, Projektleiter bei der ÖBB Infrastruktur.

Die Alarmkette – also ob beispielsweise ÖBB-eigene Sicherheitskräfte oder die Polizei verständigt werden – wurde genau ausgetüftelt. Wenn nötig, werden die Gleise für den Polizeieinsatz gesperrt. Sensoren und Kameras sind nicht verkabelt und daher einfach zu installieren. Sie liefern die Informationen über Funk. Die Energie kommt aus Akkus, die etwa einmal im Jahr zu warten sind. So lange kann das System durchgehend im Einsatz sein.

Und der Datenschutz? Man erkenne auf den Aufnahmen lediglich, ob es sich um einen Menschen oder ein Tier handle. Personen seien auf den Aufnahmen nicht identifizierbar, heißt es. Außerdem werde nicht im öffentlichen Raum gefilmt, sondern in Bereichen, wo der Zutritt streng untersagt ist. „Das Betreten der Gleisanlagen ist untersagt, hier kann man sich nur widerrechtlich Zutritt verschaffen“, sagt Böhm.

Erste Tests erfolgreich

Das neue System wurde auch schon je sechs Monate lang an drei Standorten getestet: am Wiener Rennweg und in Hetzendorf sowie im niederösterreichischen Laa an der Thaya. Fazit: Überwachung und automatische Alarmierung funktionierten. Die Polizei nahm vier Sprayer fest. Danach gab es keine neuen Schäden, das System schreckt also ab. Das spart auch Kosten: Pro Standort könnten sich Überwachungskosten von rund 15.000 Euro einsparen lassen, schätzt Gsottbauer.

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Ein neues Zuhause für Wiens Street Art (diepresse.com)

Wiens Street-Art-Szene wächst und etabliert sich. Kommende Woche eröffnet mit der Urban Space Gallery im siebten Bezirk eine neue Galerie.

Noch wirkt in der Halbgasse 18 im siebten Bezirk alles etwas improvisiert. Die Blechtonnen, die noch weißen Wände, die Metallsessel und Tische vor der Tür – ob die da längerfristig stehen dürfen, wissen die, die dort seit Monaten täglich ein und aus gehen, noch nicht genau. Aber, noch haben sie keinen gestört und sie machen aufmerksam auf das, was in dieser ruhigen Seitengasse zwischen Neubau- und Burggasse gerade entsteht: eine Galerie. Und zwar eine jener Art, bei der immer alles etwas improvisiert bleiben soll: Urban Space Gallery heißt das Kellerlokal nun. Kommende Woche wird es eröffnet und soll ein Zuhause für Wiens Street-Art-Szene werden: Graffiti, Fotografie, ein Raum für „urban exploring“, wie Michael West, einer der Neo-Galeristen, sagt.

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Wie man aus der Kunst eine Firma macht (diepresse.com)


Foto: rabbiteyemovement.at

Mehr als eine Urban-Art-Galerie: Der Rabbit Eye Movement Art Space verknüpft in Wien Mariahilf Galeriebetrieb mit Agenturarbeit, Künstlervermittlung, Concept-Store und Szenetreffpunkt.

Sie sind einfach dem weißen Hasen gefolgt. 2005 hatte der österreichische Street-Art-Künstler Nychos – in Wien berühmt für die meterhohen Wandgemälde, die er auf Hausmauern malt – damit begonnen, weiße Hasen auf Wände zu sprühen: „Rabbit Eye Movement“, R.E.M. also, nannte er das Konzept. Die weißen Hasen waren eine Hommage an all die Menschen, die in der Urban-Art-Szene aktiv sind – an die „Rabbits“, wie Nychos sie nennt.

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Zwischen Galerie und Gefängnis: Graffitifestival in Wien (diepresse.com)

Das Festival Calle Libre läuft noch bis Sonntag. Eine jahrtausendealte Kommunikationsform wird kommerzialisiert, kritisiert ein Forscher.

Selten ist die Grenze zwischen Kunst und Vandalismus so schwammig wie bei Graffiti. Während der Sprayer Puber für seine „Kunstwerke“ derzeit im Gefängnis sitzt, feiert das Graffitifestival Calle Libre seit Mittwoch bis Sonntag Wien als Hauptstadt der Street-Art.

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Ursprungsform geht verloren

So ist der Wiener Street-Artist Nychos mittlerweile international bekannt, seine Werke gefragt. Er wurde 2010 in London entdeckt. Seine Kunst wird als so wertvoll empfunden, dass das Bundesdenkmalamt seine Werke als schützenswert einstuft und einige seiner Stücke im Veranstaltungszentrum Arena im dritten Bezirk unter Denkmalschutz stellen möchte. Neben Galerien interessieren sich in den letzten Jahren auch größere Museen für die junge Kunstrichtung. Die Kunsthalle im Museumsquartier etwa war eine der ersten größeren Institutionen, die sich der Street-Art annäherte und eine Ausstellung dazu kuratierte.

Der Wiener Graffitiforscher Norbert Siegl steht dieser Kommerzialisierung kritisch gegenüber. „Graffiti ist und war immer eine ganz eigene – wenn nicht die einzige – Form der Kommunikation, die nicht regulierbar war“, sagt der Psychologe, der mittlerweile seit Jahrzehnten die Wiener Sprayerszene wissenschaftlich untersucht. So machte er etwa für seine Dissertation eine Studie zu geschlechtertypischen Kommunikationsstilen bei Toilettengraffiti. In manchen Fällen könnten die bunten Bilder belebend sein, allerdings würde der ursprüngliche Sinn verfälscht. Sozialkritische oder politische Botschaften würde diese neue Kunstform kaum mehr vermitteln – auch die für die Subkultur so typische Provokation sei großteils abhandengekommen.

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"Puber" angeblich wieder aktiv (diepresse.com)

Ein Jahr nach Verurteilung wegen Sachbeschädigung in Wien soll der Schweizer Sprayer „Puber“ in seiner Heimat die Justiz beschäftigen.

Vor einem Jahr wurde der Schweizer Renato S. in Wien wegen Sachbeschädigung zu 14 Monaten teilbedingter Haft verurteilt. Er war monatelang als Sprayer „Puber“ seinen Schriftzug in Wien angebracht. Nun soll S. wieder aktiv sein – diesmal in der Schweiz. Wie die Boulevardzeitung „Blick“ berichtet, ermittelt auch die eidgenössische Justiz gegen den Zürcher.

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Graffiti: Puber auf Tauchstation (diepresse.com)

2014 hielt Sprayer Puber Wien in Atem. Im März wurde er gefasst, im Juli verurteilt, aber aus der U-Haft entlassen. Wo ist er jetzt?

Wien. Fast ein Jahr lang hat sich Wien über ihn geärgert – nämlich über den Schweizer Graffitisprayer Renato S., besser bekannt unter seinem Pseudonym Puber. Genau dieses Wort hat S. fast zwanghaft an Türen, Hausmauern und Garagen gesprüht. „Ich will überall meinen Namen sehen, auf jeder Wand“, soll er einst dem „Tagesanzeiger“ gesagt haben.

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