Graffiti-Künstler erregen in Österreichs Städten Aufsehen – und oft massiven Unmut. Die Szene ist klein, aber hochaktiv. Eine Spurensuche zwischen Kunst und Vandalismus, Legalität und Kriminalität.
Von Hannah Schifko
Wenn die Straßenbahn mit der Nummer 67 die Wiener Raxstraße passiert, sieht man das Monument zum ersten Mal. Wie eine Festung blitzt es hinter Schrebergartenhäuschen und Heckengrün hervor, wie würfelförmiges Katzengold baut es sich vor einem auf, wird größer, sperriger, immer wuchtiger, um bei der Haltestelle Sahulkastraße schließlich in seiner glanzlosen Pracht zu erstrahlen: der Karl-Wrba-Hof, jener Gemeindebau, den man auch „Senfkistl“ nennt – ein verwinkelter, verschachtelter Komplex aus den 1980er-Jahren, mit Balkonen, Terrassen und Türmen, mittendrin ein Kindergarten, eine Volksschule, mehrere Arztpraxen. Eine Stadt in der Stadt, mit 3000 Einwohnern in bis zu achtstöckigen Flachbauten: außen senfbraun, innen senfbraun, dazwischen betongrau und etwas grasgrün – Farben, gegen die sich zu behaupten nicht einfach ist. Im Bewohnerzentrum des Gemeindebaus hat man es mehrmals versucht, hat ein paar Wände rot, grün und blau streichen lassen. Ohne große Wirkung.
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