
Das Corona-Virus ist in der Kunst angekommen, großformatige Graffitis prägen mittlerweile das Stadtbild.
ORF, Wien Heute, 03.05.2020, 19:00 Uhr
In Eisenstadt ist es seit Februar zu mehreren Fällen von Vandalismus und Sachbeschädigungen gekommen: Unzählige Graffitis wurden auf öffentliche Plätze und Bushaltestellen gesprüht. Die Polizei forschte nun einen 15-Jährigen als Täter aus.
Der 15-Jährige aus dem Bezirk Eisenstadt-Umgebung soll für mehr als 100 Graffitis in ganz Eisenstadt verantwortlich sein. Seit Februar soll er an mehreren Schauplätzen Wände mit Graffiti-Schriftzügen beschmiert haben – etwa am Franz Schubert-Platz, in der Rusterstraße, aber auch im Lindenstadion und auf Busstationen. Zuletzt war der Täter am vergangenen Wochenende aktiv, da besprühte er Wände bei der Leichtathletikarena und beim E-Cube
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Das Coronavirus verändert das Stadtbild: Der Verkehr ist stark zurückgegangen, viele tragen Gesichtsmasken, und auf den Mauern der Stadt geht es mitunter farbenfroh zu – es gibt erste Graffitis zum Coronavirus zu entdecken.
Entlang des Donaukanals finden sich zum Beispiel mehrere Graffitis, die auf das Coronavirus Bezug nehmen. Auf einem ist etwa zu lesen „Share your toilet paper!“, auf einem anderen ruft eine Menschmaschine zum Händewaschen auf. In Blau gehalten, sieht man ein Gesicht mit Mund-Nasen-Schutzmaske auf weißem Hintergrund.
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Die Polizei in Lienz hat ein Sprayer-Duo ausforschen können, das in der Nacht auf Samstag mehrere Plätze und Gegenstände besprühte und auch für Sachbeschädigungen im Herbst verantwortlich sein dürfte.
In der Nacht von Freitag auf Samstag begingen eine 16-jährige Jugendliche und ein 17-jähriger Jugendlicher mit österreichischer Staatsbürgerschaft in Lienz an insgesamt 17 verschiedenen Tatorten 20 Sachbeschädigungen, indem sie Graffiti-Schriftzüge und Zeichen auf Verteilerkästen, Mauern, Gebäudewänden und ein abgestelltes Firmenfahrzeug sprühten.
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Auch CoV-Ausgangssperre missachtet
Beide Jugendlichen wurden auf freiem Fuße angezeigt. Ihnen dürfte auch zum Verhängnis werden, dass sie mit ihrer Spray-Aktion in der Freitagnacht die verhängte Ausgangsbeschränkung missachtet haben und dass sie zu zweit unterwegs waren, obwohl sie nicht im selben Haushalt wohnen.(…)
Zwei Männer haben am Sonntagmorgen einen ÖBB-Waggon beim Bahnhof Bludenz mit Graffiti beschädigt. Geschnappt wurden die Täter, als sie am folgenden Tag zum Tatort zurückkehrten. Durch die Straftat entstand ein enormer Sachschaden.
Am Sonntag gegen 2.00 Uhr morgens besprühten zwei Schweizer im Alter von 19 und 22 Jahren einen ÖBB-Waggon eines Doppelstockzuges, der auf dem Abstellgleis beim Bludenzer Bahnhof abgestellt war. Wie die Polizeiinspektion Bludenz berichtet, kehrten die Jugendlichen am folgenden Tag zum Tatort zurück und wurden dabei beobachtet wie sie über eine Lärmschutzwand kletterten. Die Augenzeugen verständigten die Polizei.
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In der Stadt Salzburg sucht die Polizei nach vier Unbekannten, die am Dienstagabend einen 21-jährigen Mann mit Faustschlägen attackiert haben sollen.
Der Augenzeuge hatte das Quartett dabei beobachtet, wie es im Stadtteil Maxglan mit Spraydosen mehrere Müllcontainer, Verteilerkästen und Hausfassaden besprühte. Und er dürfte versucht haben, von den Tätern Fotos mit seiner Handykamera zu machen.
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„Es war wie ein Stich in die Niere, als ich es gesehen habe“, sagt der Wiener Rapper Kimo. Eigentlich war am vergangenen Sonntag alles bereit für einen großen Videodreh seiner Crew Broke MC’s. Dutzende Leute hatten sie zusammengetrommelt, erst in der Nacht davor war ein riesiges Graffiti mit dem Namen der Crew bei der Wiener Nordbrücke fertig geworden.
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