Am Donnerstag wurde der gesuchte Schweizer Sprayer PUBER angeblich in Wien verhaftet. Ist das Katz und Maus-Spiel mit der Exekutive nun vorbei? Was wollte uns Puber mit seinen Aktionen sagen? Wie sind die Reaktionen darauf?
Nun ist es also passiert: der Schweizer Graffiti-Writer PUBER wurde laut Medienberichten in einer Wohngemeinschaft in Wien verhaftet und abgeführt. Publik wurde die Geschichte durch eine merkwürdig reißerische Fotostrecke des Polizei-Einsatzes auf der Webseite vom Vice-Magazin. Ob die gezeigte Person tatsächlich für alle Puber-Tags in Wien verantwortlich ist, muss erst bewiesen werden. Auch für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Eine derartig peinliche Story hat nichts mit investigativem Journalismus zu tun, sondern erinnert eher an die düsteren Zeiten des Prangers und löst bei mir großes Unbehagen aus. Aber alles der Reihe nach. Was ist passiert?
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Quelle: fm4.orf.at / PHEKT
Der Graffitisprayer „Puber“ sorgt weiter für Spekulationen: Ein 29- Jähriger wurde in Wien festgenommen, laut Polizei soll er für die Sprayaktionen verantwortlich sein. Phantom gefasst, Fall geklärt, oder? Doch der Verdächtige schweigt bislang zu den Vorwürfen, und im Internet halten sich hartnäckig Gerüchte, dass der selbst ernannte „Staatsfeind Nummer 1“ weiter in Freiheit sei. Für weiteren Wirbel sorgt zudem ein Bild von der Festnahme. Darauf ist der mutmaßliche „Puber“ unverpixelt zu sehen. Ein schwerer Verstoß gegen das Mediengesetz, wird kritisiert. Fest steht: Die Geschichte des Sprayers wird endgültig zum Wiener Mythos. (…) Streit um Bild von „Puber“- Festnahme Ins Visier der Kritik gerät in diesem Zusammenhang auch das Magazin „Vice“. Dieses hatte am Donnerstag über die Verhaftung des 29- Jährigen mit dem spannungsgeladenen Titel „Der Feind aller Hausverwaltungen ist in Haft“ berichtet. Die Glaubwürdigkeit von Aussagen der Mitbewohner des Mannes, die das Magazin veröffentlichte, wird allerdings ebenso infrage gestellt wie die Veröffentlichung eines Bildes von der Festnahme – ebenfalls durch „Vice“. In der Aufnahme wird der Verdächtige nämlich unverpixelt bzw. ohne den allseits bekannten schwarzen Balken vor dem Gesicht im Stiegenhaus nach seiner Festnahme gezeigt – was von Rechts wegen in Österreich so jedoch nur nach ausdrücklicher Erlaubnis des Betroffenen gestattet ist. „Interessant wie Vice den Anonymitätsschutz des Verdächtigen ‚Puber‘ missachtet und mit vollem Gesicht an den Pranger stellt (7a MedienG)“, kritisierte etwa „Falter“- Chefredakteur Florian Klenk auf Twitter die Vorgehensweise des Magazins. Wollte Verdächtiger Bild veröffentlicht sehen? Andere Twitter- Nutzer wollen wiederum den Aussagen der Mitbewohner des mutmaßlichen „Puber“ entnehmen, dass dieser ja bei seiner Festnahme selbst die Veröffentlichung des Bildes gefordert habe – da der Sprayer schließlich immer schon einen ausgeprägten Geltungsdrang hatte. Das entsprechende Zitat eines der WG- Bewohner lässt jedoch Raum für Interpretationen: „Wir sollten Kontakt zu seinem Vater und zu seiner Schwester aufnehmen, noch schnell ein Foto von ihm in Handschellen machen und dann zu euch („Vice“, Anm.) gehen, um ein paar Sachen über ihn klarzustellen.“ (…) Weiterlesen auf krone.at
Quelle: krone.at
Sprayer am Donnnerstag in Wien festgenommen – Bei Geschäftstreibenden sorgte er für blanke Nerven Fuchs, Hirschkalb, Biber und Hase in schwarz und weiß zieren seit Juni die großflächige Wand des Amerling-Gymnasiums in der Schadekgasse gegenüber des Haus des Meeres. Ihre Darstellung ist anatomisch präzise. Elisabeth K. bleibt davor stehen und bewundert die Arbeit: „Gerade auf einer Betonwand wie dieser sieht so ein Graffiti super aus.“ Das Werk stammt von dem belgischen Street-Art-Künstler Roa. Er arbeitet mit Genehmigung der Behörden und hat schon mehrere Wiener Häuserfassaden mit Abbildungen aus dem Tierreich geschmückt. „Es gibt halt einen Unterschied zwischen Schmierereien und Graffiti“, sagt Anrainerin K. Sie hat einige Jahre in New York gelebt, wo „wirklich alles bemalt“ sei. Dort seien die Häuser aber nicht so schön renoviert wie in Wien. Auf frisch gestrichene Hauswände etwas hinzuschmieren findet K. „nervig“. Auch in ihrem Wohnhaus sei die Eingangstür erst vor Kurzem „vollgeschmiert“ worden. K. ist nicht die Einzige, der es so geht. Bis zu fünf Jahre Haft Gerade in Bezirken, wie dem sechsten oder siebten, in denen die Kreativszene beheimatet ist, gibt es kaum einen Straßenzug oder einen Hauseingang, die von „Tags“ – wie Namenszüge von Sprayern genannt werden – und anderen Kritzeleien verschont geblieben sind. Ein Name, der besonders häufig auftaucht, ist der des aus der Schweiz stammenden Sprayers Puber, der am Donnerstag festgenommen wurde. Auf Postkästen, Bänken, Fassaden und Rollläden: Puber hinterlässt seine Spuren überall. Puber wird nun schwere Sachbeschädigung vorgeworfen. Nach seiner Festnahme drohen Renato S. – so heißt Puber mit bürgerlichem Namen – nach Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft. Denn im Strafgesetzbuch ist im § 126 geregelt: „Wer durch die Tat an der Sache einen 50.000 Euro übersteigenden Schaden herbeiführt, ist mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen.“ Der 29-jährige Schweizer aus dem Kanton Zürich soll mit seinen Sprayaktionen weit über 50.000 Euro an Schäden verursacht haben. In ersten Einvernahmen zeigte er sich laut Polizei schweigsam. (…) Weiterlesen auf derstandard.at
Quelle: derstandard.at
Der Graffiti-Sprayer „Puber“, der am Donnerstag in Rudolfsheim-Fünfhaus in Wien festgenommen wurde, hat bei seinen Einvernahmen bisher jede Aussage verweigert. Im Internet formt sich indes Unterstützung für den Schweizer: eine Facebook-Gruppe fordert seine Freilassung. Der 29-jährige Schweizer brasilianischer Abstammung aus dem Kanton Zürich soll mit Sprayaktionen in Wien einen Sachschaden von mindestens 50.000 Euro verursacht haben, teilte Polizeisprecherin Adina Mircioane mit. Ein anonymer Hinweis führte die Polizei am Donnerstag Vormittag zu der Wohngemeinschaft, in der der Gesuchte lebte. Der Mann versteckte sich vor den Beamten auf einem Vordach des Hauses, wurde dort aber entdeckt und vorläufig festgenommen. (…)
Quelle: heute.at
Festnahme eines Graffiti-Sprayers in Wien Fünfhaus – Klärung von mehr als 100 Fakten Im Zuge umfangreicher Erhebungen konnte durch die Ermittler der Polizeiinspektion Kandlgasse eine mögliche Bezugsadresse des bereits seit einem Jahr gesuchten *S., – bekannt unter „PUBER“ – nach zahlreichen Sachbeschädigungen ermittelt werden. Die Beamten begaben sich am 06.03.2014 gegen 10.30 Uhr zur erhobenen Kontaktadresse in die Ullmanngasse, an der drei Bewohner angetroffen wurden, die jedoch angaben, den 29-jährigen *S. nicht zu kennen. Im Rahmen weiterer Erhebungen vor Ort konnten die Polizisten den Tatverdächtigen wahrnehmen, der soeben aus der Wohnung auf einem Flachdach im Hof zu flüchten versuchte. Er konnte rasch angehalten und festgenommen werden. Bei dem Beschuldigten konnten mehrere auf fremde Namen lautende Dokumente unter anderem auch eine gestohlene schweizer Identitätskarte, auf der das Lichtbild eine Ähnlichkeit mit dem Beschuldigten aufweist und offensichtlich von ihm bei Kontrollen verwendet wird, vorgefunden und sichergestellt werden. Des Weiteren wurden zahlreiche Graffiti-Utensilien, Spraydosen und ein Notebook, die in einem aufgelassenen Kamin deponiert waren, sichergestellt. Die anwesenden Bewohner der betreffenden Wohnung wurden wegen Begünstigung angezeigt. Der Tatverdächtige *S. verweigerte bei seiner Einvernahme jegliche Aussage zu den ihm angelasteten Sachbeschädigungen. Presseaussendung vom 07.03.2014, 12:05 Uhr
Quelle: polizei.gv.at
*Anmerkung: Name von der Redaktion entfernt.
Mehr dazu hier bei orf.at (Sprayer „Puber“ verweigert Aussage)
Laut dem VICE Magazin wurde PUBER am gestrigen Donnerstag (06.03.) um 10.30 Uhr in Wien angeblich festgenommen (…) Das was da in der VICE gestern veröffentlicht wurde belastet den jungen Mann welcher an diesem Donnerstag verhaftet wurde schwer. Die lokale Wiener Presse schreibt von der VICE uneingeschränkt ab (Tageszeitungen wie “derStandard.at” oder “Kurier”) und stellen klar: PUBER sitzt in Haft. Ob das tatsächlich der gesuchte PUBER ist und wer diese ominösen gesprächigen Mitbewohner sind bleibt völlig unklar. Ob sie das alles so gesagt haben und inwiefern eine Glaubwürdigkeit vorhanden ist stellen zumindest wir schwer in Frage. Man muss nicht alles was die VICE schreibt glauben. Das ist nicht erst seit gestern so. PUBER hin oder her, wer auch immer der verhaftete junge Mann ist, das was da bei der VICE zusammengeschrieben wurde gehört sich nicht. Auch wenn PUBER dem Anschein nach geisteskrank und realitätsfremd sein soll, selbst in der Wiener Graffitiszene verteufelt wird und damit ein derartiger Artikel wohl gerechtfertigt sein soll: Einen jungen Mann mit zweifelbaren Aussagen unbekannter Mitbewohner schwer zu belasten um damit endlich die offensichtlich lang herbeigesehnte Headline “Der Feind aller Hausverwaltungen ist in Haft” zu veröffentlichen, hat nicht mal BILD Zeitung Niveau. (…)
Den kompletten Artikel gibt es hier bei ilovegraffiti.de
VIA ilovegraffiti.de
„Heute mal etwas Ernsthaftes – schließlich geht es um einen Schaden von 50.000 €. Wie ist es möglich, dass renommierte Tageszeitungen wie „derStandard.at“ oder „Kurier“ eine Person als schuldig abstempeln, nur weil dies irgendjemand in einem Artikel des Hipstermagazins VICE behauptet hat. Aussagen wurden, zum Teil ohne Hinterfragung, in anderen Artikeln übernommen. Was wäre wenn…“
Quelle: Facebook / Graffiti Memes Österreich
* Anmerkung: Das Gesicht wurde von uns zensiert.
Europas meistgesuchter Sprayer wollte durch ein Fenster über das Dach fliehen, liess sich dann aber widerstandslos festnehmen. In seinem Zimmer wurden mehrere Ausweise fremder Personen gefunden.
Wie das Onlinemagazin Vice berichtet, wurde «Puber» heute Morgen von der Wiener Polizei in seiner Wohnung aufgegriffen. Dies berichteten seine Mitbewohner gegenüber «Vice». (…)
Urkundenunterdrückung
Im Zimmer des 29-Jährigen sei nicht nur sein eigener Reisepass gewesen, sondern weitere Ausweise von anderen Personen, sagt die Sprecherin der Wiener Polizei. Bei einer ersten Befragung gab der Verhaftete an, dass ein Freund die Ausweise gefunden und bei ihm vergessen hätte. Puber könnten nun nicht nur Klagen wegen Sachbeschädigung, sondern auch wegen Urkundenunterdrückung drohen. Ein Gutachten soll klären, welche Graffiti dem Sprayer zugeordnet werden können. «Es kommt auf die Beweise an», sagt die Mediensprecherin. «Wir konnten einiges sicherstellen». Vielleicht sei er ja auch geständig. Ob die Wiener Polizei bereits in Kontakt mit der Zürcher Polizei steht, konnte sie nicht sagen. «Die Staatsanwaltschaft wird klären, ob die Akte mit jener anderer Länder zusammengeführt wird.»
Schaden deutlich über 50’000 Euro
Der Sprayer, der sich selbst als «Staatsfeind Nummer 1» bezeichnet, hat jahrelang in Zürich Fassaden versprayt. Seit mindestens einem Jahr, vielleicht aber auch schon länger, hat er in Österreichs Hauptstadt seine Schriftzüge auf Häuserwände geschmiert und sich selbst in der Wiener Graffiti-Szene Feinde geschaffen. Die Wiener Polizei schreibt Puber über einhundert Beschmierungen an Hauswänden sowie über zwanzig an öffentlichen Verkehrsmitteln zu. Ein eigener Beamter wurde für die Ermittlungen gegen Puber angestellt. Der Schaden wird auf deutlich über 50’000 Euro geschätzt. Dafür sieht das Strafrecht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren vor. (…)
Den kompletten Artikel gibt es hier bei watson.ch
Seit einiger Zeit machte er Wien unsicher: Der Zürcher Sprayer Puber. Nun wurde er in der österreichischen Hauptstadt festgenommen. Lange Zeit galt Puber als einer der aggressivsten und aktivsten Sprayer in Zürich. Seit einiger Zeit machte er Wien unsicher. Nun ist Puber von der Wiener Polizei festgenommen worden, wie das Online-Magazin «Vice» von seinen Mitbewohnern erfahren hat. Demnach standen die Beamten um 10.30 vor der Wohnungstür, doch Puber war nicht da. Als der Sprayer später in der WG auftauchte hätten sie ihn gewarnt. Darauf habe er versucht, über das Dach des Hauses zu fliehen. Doch die Polizei war in der Nähe geblieben und griff Puber auf. Wie das News-Portal «Watson» berichtet, widerspricht die Polizei von Wien der Version der Mitbewohner. Die Beamten seien auf einen anonymen Hinweis hin vor Pubers Wohnung aufgetaucht, doch die Mitbewohner hätten sie nicht reingelassen. «Wir mussten bei der Staatsanwaltschaft einen Durchsuchungsbefehl anfordern», sagt eine Mediensprecherin gegenüber dem Portal.
Quelle: tagesanzeiger.ch
Von Bernd Vasari Der Graffiti-Sprayer wollte über das Dach eines Wohnhauses flüchten – die Polizei wartete dort schon auf ihn Lang gesuchter Graffiti-Sprayer „Puber“ wurde am Donnerstag festgenommen.
Wien. Am Donnerstag wurde der Graffiti-Sprayer Puber, der in Wien unter anderem unzählige Hauswände und Öffis mit seinem Namen besprüht haben soll, in seiner Wohnung im 15. Bezirk festgenommen. Ein anonymer Hinweis führte die Polizei am Vormittag zu der Wohngemeinschaft, in der der Gesuchte lebte. Beim Eintreffen der Beamten versteckte sich der Sprayer auf einem Vordach des Hauses, wo er aber gleich entdeckt wurde.
In der Wiener Graffiti-Szene sind die Meinungen über die Festnahme Pubers geteilt. Auf der einen Seite sei man zwar erleichtert, heißt es bei einem Rundruf der „Wiener Zeitung“, denn Puber sei sehr gewalttätig gewesen. Nicht selten ließ er seine Fäuste sprechen, auch ein Messer soll er immer dabei gehabt haben. „Gewalt ist in der Graffiti-Szene nichts Neues“, sagt ein Sprayer, der anonym bleiben möchte, „aber Puber hat das Level deutlich angehoben.“ Unbeliebt machte er sich aber auch durch das Übersprayen von anderen Werken und durch die von ihm verursachte erhöhte Aufmerksamkeit der Polizei auf die Szene. Es soll sogar ein eigener Beamter für die Ermittlungen gegen Puber abgestellt worden sein. „Ein Held, der rebelliert“ Für viele Sprayer ist Puber aber auch ein Held, der rebelliert, seine Freiheit lebt, „der auf alle scheißt und macht, was er will.“ Die meisten seiner Graffitis sind in den schicken Bezirken Neubau und Josefstadt zu finden. „Es war schon cool, wie er die Latte-Macciato-Welt, die Welt der Bobos, zerstört hat“, sagt ein Sprayer. Und weiter: „Das hatte schon ein bisschen etwas von Bonny und Clyde. Man weiß, es ist böse, aber irgendwie mag man es trotzdem.“ Für den Bezirkschef von Neubau, Thomas Blimlinger war es weniger cool. Nachdem Puber eine Kindergartenwand übersprayt hatte, brachte Blimlinger eine Tafel an: „Lieber Puber, Zeichnungen von Kindern zu überschmieren, ist das Letzte.“ Kurz darauf sprayte Puber sein „Tag“ auf diese Tafel. „Er ist sehr schnell. Und sehr geschickt“, räumte Blimlinger danach ein. Auch das Magazin „The Gap“ machte mit dem Sprayer Bekanntschaft. Nach einem kritischen Artikel über Puber, sprayte selbiger seinen Namen kurzerhand über die gesamte Glasfassade des Büros. Dass sich viele Menschen über den Puber-Schriftzug aufregen, ist in der Sprayer-Szene nicht immer nachvollziehbar. „Man bekommt ständig Logos wie das M-Logo von Mc Donalds oder das Coca-Cola-Logo vor die Nase gesetzt. Warum stört man sich dann aber ausgerechnet an dem Puber-Logo?“ Für einen anderen Sprayer ist die Aufregung lächerlich, vor allem im Vergleich zu anderen Städten. „In Berlin gibt es 50 Pubers. Da wäre er nie aufgefallen.“ (…)
Den kompletten Artikel gibt es hier
Quelle: wienerzeitung.at