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Quelle: Facebook

06.07.2014 – WIEN UPDATE
Wien Trains S-Bahn (5 Pics)
Wien Hall Flex (11 Pics)
Wien Hall Arne Carlsson Park (6 Pics)
Wien Hall Donaukanal (9 Pics)
Wien Hall Esterhazypark (1 Pic)
Wien Hall Rossauer Lände (2 Pics)
Wien Hall Nordbrücke (1 Pic)
Wien Hall Stadlau (5 Pics)
Wien Line U-Bahn (6 Pics)
Wien Line Stammstrecke (11 Pic)
Wien Street (21 Pics)
Wien Allover Donaukanal (38 Pics)

Quelle: Tumblr
Der Graffitiforscher Norbert Siegl dokumentiert seit den 1970er-Jahren die Zeichen an der Wand. Bei den Wiener Sprayern vermisst er Qualität.
Sind es dieselben Leute, die illegal auf Züge sprühen und legal etwa Auftragsarbeiten annehmen?
Norbert Siegl: Das kann man nicht zu 100 Prozent trennen. Manche Sprayer machen Auftragsarbeiten und sprühen dann mit den Spraydosen, die ihnen übrig bleiben, auf Züge. Graffiti sind der Definition nach immer etwas Inoffizielles. Insofern kann es keine Auftragsgraffiti geben. Dafür gibt es neue Formen wie Streetart, die mit dem unbändigen Charakter der Graffiti liebäugeln.
Was sind die Motive der klassischen Sprayer, die inoffiziell die Wände bemalen?
Vor allem die Zugsprayer sind extrem namensfixiert. Die Sprayerbewegung ist ja so entstanden: Jugendliche wollten durch die Verbreitung ihres Namens berühmt werden. Da ist einer hergegangen und hat 5000 Mal seinen Namen auf eine stationäre Fläche geschrieben. Und einer hat denselben Effekt vielfach erreicht, indem er einen Zug mit seinem Tag darauf durch Stadt und Land geschickt hat. Eigentlich ein schlauer Gedanke. Aus den Tags haben sich dann verschiedene Stile entwickelt, indem die Namenszüge auf komplexe Art aufgebaut worden sind.
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Quelle: Flickr
Sie sind Virtuosen und Vandalen, beschmieren Züge und verschönern fade Mauern mit bunten Kunstwerken. Die Wiener Sprayer sorgen für Unmut und Freude zugleich. Was machen die da? Ein Stadtphänomen im Porträt.
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Die großen Unternehmen dahinter haben freilich keine Freude mit den bunten Bildern, die Hausner und andere Sprayer – er schätzt, dass in Wien vier bis sechs Crews plus einige Touristen Züge besprühen – auf ihren Fahrzeugen und entlang der Strecken hinterlassen. „Wir sehen das nicht als Lausbubenstreich“, sagt Daniel Amann, Sprecher der Wiener Linien. 220.000 Euro kostete das Unternehmen im Jahr 2012 allein das Entfernen der Graffiti – Zugausfälle und die Kosten für das Personal nicht einberechnet. 390 Fälle wurden 2012 registriert, die meisten davon auf U-Bahnen, ein geringer Anteil auf Mauern, Bussen und Straßenbahnen.
Ein eigens einberufener Graffiti-Beauftragter kümmert sich um das Problem und ist Schnittstelle zur Polizei. Denn: Jeder einzelne Fall wird angezeigt. Darüber hinaus setzen die Wiener Linien auf Präventionsarbeit. Aufklärungsteams sind in Schulen unterwegs und zeigen unter anderem, was es bedeutet, Vandalismus zu betreiben und welche Kosten damit verbunden sind. „Da zahlen einige recht lange. Die paar Minuten Spaß sind sehr teuer. Das versuchen wir, in den Köpfen zu verankern“, so Amann. Dem Sprayer-Traum, mit einem Zug-Graffito Ruhm in der ganzen Stadt zu erlangen, sei das Malen auf Wiener U-Bahnen übrigens wenig zuträglich: Die Züge würden täglich vor der ersten Fahrt am Morgen von den Fahrern kontrolliert, beschmierte Züge gingen gar nicht erst auf die Reise.
Anders bei den ÖBB: Die Züge der Bundesbahnen sind österreichweit im Einsatz, ein beschmierter Zug kann nicht sofort aus dem Verkehr gezogen werden. Oft vergehen drei bis vier Tage, bis ein Zug die Waschanlage in Wien Floridsdorf erreicht, erklärt ÖBB-Sprecher Michael Braun. Dort wird er gewaschen, einige Teile, etwa Dichtungen am Fenster, müssen auch ersetzt werden. Das Reinigungsmittel, eine „eklige Brühe“, so Braun, greift den Lack an. Ein Zug, der dreimal besprüht und wieder gereinigt wurde, muss daher meist neu lackiert werden.
Jährlich entstehen den ÖBB dadurch etwa 1,2 Millionen Euro Schaden. Das Unternehmen verfolgt im Umgang mit Graffiti eine Null-Toleranz-Politik. Jeder Schaden wird fotografiert, mit der Polizei gemeinsam versucht man dann, die Täter zuzuordnen. Abschrecken lässt sich davon kaum einer, weiß Braun. „Die Täter sind vielschichtig. Rund um die Ferienzeit gibt es einen Anstieg“, sagt er. Schulkinder, denen in den Ferien fad wird, sind allerdings nicht das klassische Täterprofil. „Die, die uns das Leben schwer machen, sind internationale Freundschaftsgruppen, die sich gegenseitig einladen.“ So findet sich auf einem Nahverkehrszug schon einmal ein Graffito mit Hamburg-Bezügen.
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