Moment am Sonntag Zeichen setzen. Vom Wunsch Spuren zu hinterlassen. Gestaltung: Barbara Kaufmann, Petra Meisel, Julia Schlager und Elisabeth Stecker Der Hofbeamte Josef Kyselak hatte bereits vor 200 Jahren die Gewohnheit, bei seinen Wanderungen seinen Nachnamen in Großbuchstaben zu hinterlassen. Die Graffiti-Künstler/innen der gegenwärtigen Hip-Hop-Kultur „taggen“ Straßenblöcke und U-Bahnzüge mit ihren Kürzeln. Toilettenwände von Nachtclubs oder Ämtern sind oft übersät mit der Unterschrift der Besucher. Und in Wien rätselt man seit einigen Jahren über den Schriftzug „Ken Clark“, der sich vermehrt auf Hauseingängen findet. Was steckt hinter dem Drang, sich namentlich zu verewigen und welche Spuren hinterlassen diese Schriftzüge in unserem Alltag?
Den Radiobeitrag gibt es hier zum Nachhören.
„Ein neuer Bildband dokumentiert die farbenfrohen Arbeiten der heimischen Graffitiszene ST. PÖLTEN (red). Die Meinungen über Graffitis könnten unterschiedlicher nicht sein. Kunst oder Schmutz, oder ist das Besprayen von Häuserwänden vielleicht gar eine kriminelle Handlung? Im Zuge der Präsentation des farbenfrohen Bildbandes, der die Arbeiten der St. Pöltner Graffitiszene der letzten Jahre dokumentiert, herrschte Einigkeit: Graffiti ist Kunst. Ein Raum für die Kunst Natürlich ist es verboten, auf fremdes Eigentum zu sprayen. Genau hier setzt die Stadt an: „Wir wollen wegkommen von der Kriminalisierung. Es ist Aufgabe der öffentlichen Hand, Räume zu schaffen, wo sich diese Kunst entfalten kann“, hält Bürgermeister Matthias Stadler dahingehend fest. Einer dieser Räume wurde am Areal des alten Schlachthofes geschaffen, wo ab 2005 das Jugendzentrum „Steppenwolf“ zumindest vorübergehend untergebracht war. Unzählige Künstler und Kulturschaffende aus und um St. Pölten konnten sich der „magischen Anziehung, die von den alten Gemäuern ausgingen, nicht entziehen“, heißt es in dem neuen Buch. Die Graffitiworkshops „Mai-Jam“, in deren Rahmen großflächige Kunstwerke geschaffen wurden, stießen auf große Beachtung. Fassade der Arbeiterkammer Die im Rahmen dieser Jams entstandenen Graffitis, die aufgrund des Neubaus der Arbeiterkammer Niederösterreich nicht mehr existieren, sind im Bildband dokumentiert. Gleichzeitig wurde mit dem Buch dem Schlachthof „ein Denkmal gesetzt“, wie Michael Hogl vom Jugendzentrum „Steppenwolf“ sagt. Und die Geschichte der heimischen Graffitiszene geht weiter: Die nächste große und legale „Sprayer-Aktion“ wird die Gestaltung der Fassade des von der Arbeiterkammer neu errichteten Jugendzentrums „Steppenwolf“ anlässlich der offiziellen Eröffnung am 10. Mai sein. Auflage von 1.000 Stück Der 180-seitige Bildband ist in einer Auflage von 1.000 Stück erschienen und ist im Stadtmuseum, im Tourismusbüro im Rathaus sowie im Jugendzentrum Steppenwolf zum Preis von 15 Euro erhältlich. Der Erlös aus dem Verkauf wird dazu verwendet, Spraydosen für legale Sprayer-Aktionnen zu kaufen.“
Quelle: meinbezirk.at
„Kunst | „St. Pölten ist mehr als Barock“, hieß es in einer Aussendung am Dienstag zur Präsentation eines Graffiti-Bildbandes. „Schlachthof St. Pölten – Mai Jam“ dokumentiert farbenfroh die dort in den vergangenen Jahren entstandene Form der Jugendkultur. Um präventiv illegales Sprayen zu reduzieren, setze man in St. Pölten darauf, der Szene Raum zu geben, erklärte Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ). Große, legale „Sprayer-Aktion“ Die nächste große und legale „Sprayer-Aktion“ wird die Gestaltung der Fassade des von der Arbeiterkammer NÖ neu errichteten Jugendzentrums der Stadt „Steppenwolf“ anlässlich der offiziellen Eröffnung am 10. Mai sein. St. Pölten sei eine „junge“ Stadt, in der laut Statistik rund 7.300 Personen – das sind 13 Prozent der Einwohner – zwischen 14 und 24 Jahren alt sind. Interesse an Graffiti-Workshops groß 2011 und 2012 organisierten zwei Jugendliche im ehemaligen Schlachthof die Graffiti-Workshops „Mai-Jam“, die auf großes Interesse gestoßen seien. Nach den Aktionen konnten einige Künstler sogar Aufträge zur Gestaltung von Mauern bzw. Zimmerwänden erhalten. Zudem ist daraus eine Kooperation mit der Grillparzer-Volksschule entstanden, um gemeinsam mit den Schulkindern die Fußgängerunterführung für ein Stadtviertel attraktiver zu gestalten. Graffiti keine Subkultur mehr „Graffiti ist erwachsen geworden und längst in der breiten Wahrnehmung der Bevölkerung etabliert,“ so Clemens Bartenbach, Initiator des Bildbandes und der Mai-Jam-Veranstaltungen: „Mit Zusagen von Sprayern aus der ganzen Welt haben die Organisatoren der Mai-Jams bewiesen, dass diese Subkultur keine mehr ist und es ein flächendeckendes internationales gut funktionierendes Netzwerk von Malern gibt, die den künstlerischen Austausch auf diesem Weg zu schätzen wissen.“ „Schlachthof St. Pölten – Mai Jam“ ist für 15 Euro im Jugendzentrum Steppenwolf, im Stadtmuseum und im Tourismusbüro der Stadt erhältlich. Der Band entstand mit Unterstützung der Stadt, AKNÖ und Kulturvernetzung NÖ „come-on“)“
Quelle: noen.at