Bad Vöslau – Sprayer trieben im Frühling dieses Jahres ihr Unwesen in der Kurstadt. In zwei Nächten verunstalteten die Schmierer ganze Straßenzüge, machten auch vor dem Gainfarner Pfarrhof nicht halt. 30.000 Euro betrug der Sachschaden. Nach umfangreichen Ermittlungen und Hinweisen aus der Bevölkerung forschten die Bad Vöslauer Kriminalisten zwei Verdächtige aus. Sie zeigen sich geständig und wollen den Schaden ersetzen.
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Der deutsche Sprayer Loomit mag das Sprayen und das Abenteuer, besprüht Wände aber hauptsächlich kommerziell. Kein Widerspruch, findet er.
Loomits erste Leinwand im Freien war ein Wasserturm in Buchloe, Ost-Allgäu. Die Stadt war ebenso klein, wie Loomits Ehrgeiz und Wille zum Abenteuer groß waren. So nimmt es nicht Wunder, dass Loomit 1983 nach München zog, Häuserfassaden und Züge verzierte, mehrfach vor Gericht stand, für Werbekampagnen angeheuert wurde, unter anderem in China, Indien sowie Brasilien sprayte und mittlerweile mit 44 Jahren zu den bekanntesten Graffitikünstlern weltweit zählt.
Im Rahmen des Waves Festivals sprühte der Münchner Künstler in fünfstündiger Arbeit einen Wolf für eine bekannte Wodkamarke auf die Außenwand der Pratersauna. Im KURIER-Gespräch erzählte Loomit alias Mathias Köhler von dem Dilemma zwischen Selbstverwirklichung und Selbsterhalt, Pfadfindertugenden und seiner kuriosen Begegnung mit der kommunistischen Partei in China.
KURIER: Loomit, wie stehen Sie dazu, dass Straßenkunst mittlerweile diesen „coolen“, kommerziellen Status genießt?
Loomit: Wir sind Mainstream, Straßenkunst ist nicht mehr Underground. Wenn man sich ansieht, wie viele Kampagnen über Graffiti und Streetart laufen, wie sehr das vor allem auch online gepusht wird, dann ist klar, dass diese Kunst nicht mehr länger eine Nische ist. Das ist wie bei Rock’n’Roll, der war früher eine Subkultur und heute verdient Mick Jagger Milliarden.(…)
Die Stadt Fürstenfeld steht vom 16. bis 22. Oktober mit dem Graffiti Art Festival Styria 2012 im Mittelpunkt sprühender Kunst.
Das Kulturreferat der Stadtgemeinde Fürstenfeld veranstaltet mit „Future Icons“ das sprühende Kunst-Event. „Der Erfolg im Vorjahr hat uns bestärkt, das Festival wieder nach Fürstenfeld zu holen“, so Franz Majcen, Zweiter Landtagspräsident und Kulturreferent der Stadt. Festivalleiter Norbert Lipp ist es gelungen, den 42-jährigen schwedischen Graffiti-Star MR Puppet – mit bürgerlichem Namen Daniél Blomqvist – als künstlerischen Leiter zu gewinnen.
MR Puppet ist ein High Performance-Künstler und arbeitet unter anderem als Art-Director und Designer für Marken wie Adidas und Nike. Seine Kunstwerke sind in renommierten Galerien und Museen von Amsterdam über Paris bis Los Angeles zu sehen. Unter dem Pseudonym „Sand One“ wird ihm ein Künstler aus der professionellen österreichischen Graffiti-Szene assistieren.
Auf dem Programm stehen Workshops, Performances und Ausstellungen. Die Graffiti-Workshops finden von 16. bis 18. Oktober statt. Die Vormittagstermine (10 bis 13 Uhr) sind für Schulen reserviert. Anmeldungen zu für die Termine am Nachmittag sind unter www.future.icons.at. möglich. Die Teilnehmeranzahl pro Workshop, die in der Werkshalle der ehemaligen Tabakfabrik sowie im Grabherhaus über die Bühne gehen, ist auf maximal zwölf Teilnehmer beschränkt.
Zum Abschluss des Festivals gibt es zwei Ausstellungen am 20. Oktober.
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Street Art Künstler LOOMIT interpretierte am Donnerstag im Rahmen des Waves Vienna Festivals den bekannten Eristoff Wolf, in Graffiti Art, neu und sprayte das Markenlogo vor einem Live Publikum auf die Außenwand der Pratersauna.
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Götzis. (hapf) „Flint lebt“, mit diesem auf Wände, Mauern und Brücken gesprühten Slogan machte Vorarlberg 1971 seine ersten Graffiti-Erfahrungen. Ausdruck einer Zeit, in der sich die Jugend anschickte, gegen Verbote aufzubegehren und zaghaft begann, wider den Stachel zu löcken.
„Flint war 1970 das erste Open-Air-Festival in Vorarlberg und galt als jugendkultureller Aufbruch. Als die Zweitauflage des Festivals auf der Ruine Neuburg bei Götzis verboten wurde, war noch jahrelang der Slogan ‚Flint lebt’ auf Wänden, Mauern und Brücken zu lesen“. Für Landesrat Siegi Stemer eines der ersten Graffiti, mit denen Vorarlberg in Berührung kam.
Wanko fotografiere seit 40 Jahren Graffiti: „Seine Sammlung reicht damit zurück bis in jene Zeit, in der die Spray-Aktionen in unseren Breitengraden fast ausschließlich als Vandalismus wahrgenommen wurden.“ Die im Laufe der Zeit erfolgte starke Veränderung der Wahrnehmung dieser Kunstform belegte LR Stemer am Beispiel des als „Zürcher Sprayer“ bekannt gewordenen Harald Naegele. „Seine bis heute unverwechselbar gebliebenen Strichmännchen im öffentlichen Raum brachten ihm in den 1970er Jahren eine Haftstrafe ein. Heute ist Nagele ein international anerkannter Künstler und seine Werke stehen unter dem offiziellen Schutz der Stadt Zürich.“
Beliebte Artikulationsform
Graffiti seien eine der beliebtesten Artikulationsformen jugendlicher Strömungen. Aus politischer Sicht seien sie immer wieder Ausdruck von Protesthandlungen im Zusammenhang mit Diskriminierung, Rassismus und den unterschiedlichen Formen eingeschränkter Freiheit. Durch die Bereitstellung von Freiflächen würden heute Graffiti vom Geruch des Strafbaren befreit. Auch wenn dabei vielleicht der Nervenkitzel des Verbotenen fehle, rückten sie doch wichtige Motive jugendlicher Ausdruckskraft ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Etwa das Streben nach positiver Veränderung, der spielerisch bewältige Ausdruck von Gefühlen, die Suche nach Lebenssinn oder die Sehnsucht nach Gruppenerlebnissen.
Wanko entwickelt unfassbare Dynamik
„Es ist unfassbar, mit seinen fast 70 Jahren entwickelt Dietmar Wanko eine Dynamik wie ein junger Mann und bereist nach wie vor die Welt, um immer wieder neue Graffiti aufzuspüren und zu dokumentieren“, so Stemer. Wanko selber ist bereits wieder mit Vorbereitungen für die nächstjährige Show befasst. Hier werden Graffiti aus London, Liverpool, dem englischen Seebad Brighton, Berlin-Kreuzberg, Prag mit der berühmten John-Lennon-Wand, Budapest, Marburg, Graz und Wien zu sehen sein. Für kommendes Jahr plant Wanko zudem Aufenthalte in Mannheim, München, Barcelona und New York, um das neueste aus der Graffiti-Szene festzuhalten.
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