Mit einem neuen Schutzanstrich setzen sich Anrainer gegen die Graffiti-Flut in Neubau zur Wehr.
NEUBAU. Das Graffiti-Problem im 7. Bezirk ist stadtbekannt. Jetzt ist endlich eine Lösung in Sicht, denn Geschäftsleute bestreichen ihre Häuser mit einer neuen Anti-Graffiti-Farbe.
Unter ihnen ist auch der Fotograf Michael Weinwurm, der sein Geschäft in der Burggasse hat.
Lohnende Investition
„Wir sind hier in der Gegend massiv von dem Problem betroffen. Gerade in den letzten drei Jahren haben sich die Schmierereien explosionsartig ausgebreitet“, erzählt der Unternehmer. „Mein Geschäft war verschandelt. Jetzt haben wir uns dazu entschlossen, es mit der Schutzfarbe zu probieren. Seitdem bleibt es sauber“, so Weinwurm.
Das freut auch Erich Stuhl. Er hat die Anti-Graffiti-Farbe entwickelt, mit der das Anhaften von Farbe an der Mauer verhindert wird. Viele Nachbarn folgen jetzt dem Beispiel des Fotografen und investieren in die Reinigung und den Schutz ihrer Häuser.
„Hausbesitzer informieren“
Das Problem kennt auch Bezirksvorsteher Thomas Blimlinger (Grüne).
Er sieht sich jedoch lediglich als Vermittler: „Ich kann Hausverwaltungen und Besitzer nur über die Möglichkeiten informieren, wie sie ihre Häuser vor Graffiti schützen können. Die Verantwortung liegt aber bei ihnen, ob sie mitmachen oder nicht.“
Quelle: meinbezirk.at
Category Archives: Presse
Die Künstler Knarf, Fresh Max und Mafia haben in den letzten Monaten außerhalb von Wien einen Gebäudekomplex in bunte Farben getaucht. Jetzt erscheint ein Buch über die Aktion.
3500 m2 Wandfläche, die man legal bemalen darf. Ein Traum für jeden Künstler. Zumindest auf den ersten Blick.
Bei genauerer Betrachtung wird klar, wie viel Arbeitszeit ein derartiger Auftrag bedeutet. Alleine ist das fast nicht zu bewältigen.
Die Wiener Künstler Knarf, Mafia und Fresh Max, deren Kunst seit Jahren im öffentlichen Raum zu sehen ist, haben sich dem Projekt angenommen. Seit Monaten malen sie mit Spraydosen, Dispersions-Farbe und Pinseln an einem Gebäude in Leobersdorf etwas außerhalb von Wien. Mittlerweile ist die Fassade flächendeckend bunt.
(…)
Den kompletten Artikel gibt es hier.
„Bevor Sie mich als kleinkarierten Raunzer, Wutbürger oder zwanghaften Ordnungsfanatiker abtun, sollten Sie vielleicht die folgenden Sätze lesen:
KURT SCHOLZ (Die Presse)
Viele werden verstehen, dass ich es nicht über mich bringe, Sie mit „Sehr geehrter“ oder gar als „Herr“ anzusprechen. Selbst wenn Sie männlichen Geschlechts sind – „Herr“ sind Sie für mich keiner. Meine Ablehnung Ihrer Person kann Sie nicht überraschen. Sie haben nämlich die frisch gestrichene Eingangstür des Hauses, in dem ich wohne, besprüht.
Damit beginnt wieder einmal der Kreislauf, an den ich mich seit Jahren nicht gewöhnen will: Die Hausverwaltung lässt das Tor reinigen und neu streichen. Dann wird, wie beim letzten Mal, keine Woche vergehen, bis alles wieder besprayt ist. Keine Botschaft, keinen Protest, keinen Notruf wird man lesen, nur einen sinnlosen Namenszug. Und wieder werden alle Mieterinnen und Mieter des Hauses die Kosten für die Entfernung Ihrer infantilen Schmierereien bezahlen. Nach dem Neuanstrich kann das Spiel von vorn beginnen.
Bevor Sie mich jetzt als kleinkarierten Raunzer, Wutbürger oder zwanghaften Ordnungsfanatiker abtun, sollten Sie vielleicht die folgenden Sätze lesen: Ich kenne die Geschichte der Muralisten ein wenig und könnte Ihnen manches über Siqueiros, Orozco und Diego Rivera erzählen. Die hatten eine gesellschaftliche und künstlerische Botschaft. Politisch waren sie problematisch – ihre Aktivitäten reichten bis zur Unterstützung des Attentats auf Trotzki, künstlerisch aber unbestritten.
Ich habe auch den Kampf von Harald Naegeli, besser bekannt als „der Sprayer von Zürich“, gegen die Monotonie der Städte originell gefunden, und irgendwo unter meinen Büchern befindet sich auch ein Kunstband über Street Art. Schon vor Jahrzehnten habe ich damit begonnen, zwischen Kalifornien, der Bronx, England, Athen und dem Wiener Donaukanal herrliche Graffiti, die ich dort gefunden habe, zu fotografieren. Es sind Kunstwerke darunter.
Sie aber sind kein Künstler. Wo andere dramatische Szenen, Porträts, abstrakte Formen auf Feuermauern zaubern, sprayen Sie infantil immer denselben Namenszug auf Garagentore, Eingangstüren, Geschäftsportale und Fassaden. Allein auf einem Nachbarhaus steht sechs Mal Ihr „puber“. Das „-tär“ haben Sie hinzuzufügen vergessen, falls Sie wissen, was ich meine. Sie wandern durch die Bezirke, aber Sie sind kein Kyselak.
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(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 14.01.2014)“
Quelle: diepresse.com
„Die Zahl der Graffiti sorgt seit gut einem Jahr für Ärger in Wien. Vor allem die Bewohner rund um den siebten Bezirk sind betroffen. Auslöser für den Anstieg dürfte ein Schweizer Sprayer sein, für den sich auch die Polizei interessiert. Einige Unternehmer rüsten ihre Häuser nun mit Spezialfarbe.
Sie kamen in der Nacht, und im Nachhinein wird niemand etwas Verdächtiges gesehen haben. Klar, ein paar Menschen sind vorbeigegangen, aber Spraydosen in der Hand? Nein. Da hätte man ja etwas gesagt. Aber der Schaden ist unübersehbar. Ein krakeliger Schriftzug in Schwarz prangt auf der weißen Hauswand. Kein Kunstwerk, ein Name, eine Markierung, ein „Tag“. So als wollte jemand sagen: Das hier ist mein Revier.
Wien hat ein Problem mit Graffiti-Sprayern. Besonders in den jungen, angesagten Bezirken, dort, wo Kunst und Kreativität besonders geliebt werden, reiht sich Geschmiere an Geschmiere.
Wer im siebten Bezirk rund um die Burggasse wandert, wird kaum eine Hausmauer finden, die davon ausgenommen ist. „Ehre“ und „Scheiß EM“, steht auf Wänden und Türen geschrieben. Ein Anarchiezeichen ist anderorts zu sehen, ein englisches „You“, ein „Must“, ein „Prost“ – alles lieblos hingesprayt, so wie diese Grusel–Barbapapas ein paar Straßen weiter, die Eltern daran erinnern, dass ihr Kind in der Schule zeichnen lernen sollte.
Dementsprechend verärgert sind viele Bewohner des Siebten. Allen voran die Unternehmer. „Es ist ein Wahnsinn“, sagt Wolfgang Huber, Geschäftsführer vom Metall- und Werkzeuggeschäft Petzolt, das auch mit ein paar Schriftzügen auf der Mauer aufwarten kann. Neu streichen will Huber sein Geschäft schon längst nicht mehr lassen. „Das ist in zwei bis drei Tagen wieder voll.“ Er zeigt auf die beschmierte Garage gegenüber. „Die ist eben neu gemacht worden.“
Krank und frustriert. Auch im Geschäft nebenan ist man frustriert. „Wir sehen aus wie ein Abbruchhaus“, sagt der Besitzer des Bonbonladens Lollipop. Fünf- bis sechsmal hat die Hausverwaltung die Außenmauer streichen lassen. Mittlerweile ist wieder ein „Tag“ darauf zu sehen. Wer die Leute sind? Er kann es nicht sagen. „Irgendeine Frustration und Krankheit müssen sie schon haben“, knurrt der Mann.
Einig ist man sich, dass die Zahl der Graffiti in den vergangenen Jahren zugenommen hat. „Seit zwei, drei Jahren werden es mehr“, sagt Huber. Auch die, die mit der Graffiti-Szene gut vernetzt sind, sprechen von einer Zunahme. Allerdings nicht nur im Siebten, sondern in ganz Wien. Zuletzt soll es etwa im achten und im 16. Bezirk mehr Vorfälle gegeben haben. Als Grund und Auslöser wird dabei immer wieder ein Name genannt. Puber.
Ein Sprayer – angeblich aus der Schweiz – der vor allem im vergangenen Jahr fast im zwänglerischen Ausmaß Türen, Fenster, Hausmauern – einfach alles – mit seinem Namen besprüht hat. Das hätte auch andere angestachelt. „Die befinden sich nun mit ihm im Wettkampf. Wer hinterlässt mehr Tags (Zeichen) an mehr Orten?“, sagt ein Mann, der die Szene gut kennt.
(…)
(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 19.01.2014)“
Den kompletten Artikel gibt es hier.
Im Zeitraum vom 04.12. bis 09.12.2013 wurde das Mehrzweckgebäude beim Sportplatz in Aldrans durch Graffite verunstaltet. Der Spurenlage zufolge gingen die Täter anschließend zu Fuß vom in das Ortszentrum von Aldrans. Auf dem Weg dorthin wurden weitere Graffiti-Schmierereien an Straßenlaternen, Kästen und Betonmauern angebracht.
In der Nacht zum 09.12.2013 wurden die Außenmauern des „alten“ Volksschulgebäudes mittels Graffiti-Schriftzügen an mehreren Stellen verunstaltet. Auch eine hölzerne Sitzbank neben dem Schulgebäude besprühten die Täter mit schwarzem Spray.
Nach umfangreichen Ermittlungen durch die PI Lans konnten drei österreichische Staatsbürger im Alter zwischen 15 und 17 Jahren als Beschuldigte zu den Sachbeschädigungen ausgemittelt werden.
Quelle: meinbezirk.at
Graffiti-Sprayer in Aldrans
/ Tirol unterwegs
(regionews.at)
„Festnahme | Die Polizei hat im Bezirk Wiener Neustadt einen Graffiti-Sprayer ausgeforscht. Der 24-Jährige soll in den Gemeinden Sollenau und Felixdorf insgesamt eine fünfstellige Schadenssumme verursacht haben.
Bei der Einvernahme war der junge Mann zu neun Sachbeschädigungen an öffentlichen Einrichtungen geständig, berichtete die NÖ Landespolizeidirektion am Donnerstag. Die durch die Graffiti entstandene Schadenshöhe wurde mit einem fünfstelligen Eurobetrag beziffert.
Der Verdächtige war am 2. Jänner gegen 8.00 Uhr festgenommen worden. Im Rahmen der Ermittlungen wurden dem 24-Jährigen auch mehrere Suchtmittelmissbräuche nachgewiesen. Der junge Mann wurde in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert.“
Quelle: noen.at
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BEZIRK KITZBÜHEL. In der Zeit zwischen 23. und 24. Dezember wurde in Jochberg im Bezirk Kitzbühel durch unbekannte Täter an der Hausmauer eines Vereinsheims ein Graffiti angebracht. Das gab die Polizei am Dienstag bekannt. Die Höhe des dadurch entstandenen Sachschadens ist derzeit unbekannt.
Quelle: regionews.at
So sieht der Wiesel aus, nachdem ihn die Sprayer verschönert haben. (© Landespolizeidirektion Burgenland)
Im burgenländischen Deutschkreutz im Bezirk Mattersburg sind in der Nacht auf Sonntag Graffiti-Künstler im Einsatz gewesen. Sie haben sich den Waggon eines Wiesel-Personenzugs der ÖBB vorgenommen und ihn mit ihren Werken dekoriert.
Die Garnitur war im Bahnhofsgelände Deutschkreutz abgestellt. Noch ist unklar, wer die Graffiti-Maler waren. Die Fahndung läuft. Auch die Höhe des Schadens ist noch nicht geschätzt worden.
Quelle: heute.at
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Presseaussendung der Polizei Kärnten
Ein unbekannter Täter verunstaltete im Zeitraum von 01.01.2014 bis 02.01.2014, die Außenwand eines Wartehäuschens einer ÖBB Haltestelle und die Außenwand einer Pumpstation in Ferndorf und die Außenwand einer Pumpstation eines Wasserverbandes in Weißenstein durch Graffiti. Der dadurch entstandene Sachschaden ist noch nicht bekannt.
Presseaussendung
vom 03.01.2014, 11:55 Uhr
Quelle: polizei.gv.at
„Viennese art collective A.ACTIVITIES reclaim the subway in a seriously good-looking act of civil disobedience. Talking about seriousness, it was quite hard to get a hold of them — their security precautions were no joke. As promised in TISSUE N°3 here’s the video to their illegal performance.
“The subway is a powerful symbol. In graffiti culture, the subway has a mythological status as a hard to reach target, and a reminder of graffiti’s origins on the New York public transit lines. For everyone else, the subway is something that belongs to the city’s inhabitants, something that we see and touch every day as we take the train. Still, the subway is out of reach. It is hidden away in tunnels under the city and protected by security, cameras and police. All contact with the subway follows an exact and constructed pattern and any movement out of that pattern is prohibited. As a media for painting, the subway is taboo.”
“In that moment, in that situation we were present as naked humans, vulnerable and exposed, among giant steel cars, surveillance systems and electric tracks, equipped with nothing but paint. On the spot, confronted with the untouchable subway, with our fears and the closed doors behind us, we left our traces along with a message that is simple and clear: We were here.“
“The public transport authority treats the immaculacy of the trains as their highest priority. No subway will go into traffic with paint on it. By filming the act and publishing the video, we made sure that our traces will never disappear. It is our hope that anyone who has seen the images will keep them in their mind as they go on the subway. Our paintings may have never travelled the city, but they will travel through the internet and can be seen here in print forever.“
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