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Category Archives: Presse

WAND-MALEREIEN: GRAFFITISZENE GRAZ Zwischen Underground und Establishment (orf.at)

Sie sprayen gegen soziale Missstände an und malen auf Hauswänden ihr Lebensgefühl in den buntesten Farben aus: Graffiti ist Ausdruck kultureller Identität und politischer Haltung. Und doch schon längst mehr als nur das.
In jüngerer Zeit halten Graffiti Artists immer stärker Einzug in den etablierten Kunstbetrieb. Und auch die Marketinginteressen der Wirtschaft entdecken die kulturellen Codes dieser Subkulturen. Diese Wechselwirkung verändert auch die Szene selbst. Immer mehr Graffiti Artists machen ihre Arbeit zum Beruf.
Die vermummte Anonymität hält sich. Sie dient den Illegalen als Selbstschutz und gehört auch bei den Legalen oft einfach dazu.
Graffiti sind heute ein fester Bestandteil der Urbanität. Die Szene ist bunt und vielfältig. Viele Sprayer sehen sich selbst als Teil der Hip-Hop-Kultur.
Der kultur.montag macht einen Streifzug durch die Grazer Graffitilandschaft.
TV-Beitrag: Hansjürgen Schmölzer
Heute, 23.00 Uhr, ORF2
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Palast und Spielräume für Urban Art (derstandard.at)

Wien ist acht Tage lang der Nabel der Urban Art – Das zum dritten Mal stattfindende „BLK River“-Festival stellt internationale Street-Art-Künstler vor

Von einigen ihrer Projekte weiß aber selbst der Festivalleiter nichts.
Wien – Künstler oder Verbrecher? Bei der Gruppe Wojna („Krieg“) gehen die Meinungen auseinander: „Für das russische Kulturministerium sind wir Künstler, für das Innenministerium nicht“, sagt Wojna-Mitglied Yana Sarna. Für ihre Aktion Dick captured by KGB (2010) sprach man ihnen einen wichtigen Kunstpreis zu, was Kontroversen verursachte: Sie hatten einen 65 Meter hohen Penis auf die Litejny-Zugbrücke in St. Petersburg gemalt – der Standard berichtete. Beim Hochklappen der Brücke signalisierte sie dem gegenüberliegenden Gebäude des Inlandsgeheimdiensts FSB ein riesiges „Fuck you“.
(…)

(Anne Katrin Feßler, DER STANDARD – Printausgabe, 21. September 2011)
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FP-Matiasek: Schmierereien in Wien den Kampf ansagen (ots.at)

Wien (OTS/fpd) – Weder Kunst noch Kultur sondern hauptsächlich kostenintensiver Vandalismus seien die mutwilligen Schmierereien an zahlreichen Flächen im öffentlichen Raum. Auch die Bevölkerung sei über angeschmierte Fassaden alles andere als erfreut. Jetzt endlich zeigen sich sogar die ÖBB und die Wiener Linien verärgert über den hohen Schaden an den Waggons, verursacht durch so genannte Graffiti-Sprayer. Trotzdem bleibe die Stadt Wien weiter untätig, kritisiert heute die Stadträtin der FPÖ-Wien, Veronika Matiasek.
In den allerseltensten Fällen gehe es beim Beschmieren von öffentlichen und privaten Objekten um künstlerische Gestaltung. In der Regel verunstalten anarchistische Parolen viele Wände in der Bundeshauptstadt und – wie nun bekannt wurde – auch mehr und mehr Züge und Waggons. Hier stieg die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vorjahr um ordentliche 20 Prozent.
Statt diesen mutwilligen Vandalismusakten aber endlich wirksam den Kampf anzusagen, wurden seitens der Stadt im vergangen Jahr auch noch auf Kosten der Steuerzahler Graffiti-Workshops im Zuge der Aktionstage der Gebietsbetreuung angeboten und so die Schmierereien in Wien gefördert. Dabei sei klar, dass es von der Verschandelung des öffentlichen Raums zur Verwahrlosung und weiter zur Kriminalität oft nur ein kleiner Schritt ist, warnt Matiasek und fordert daher abschließend die Verantwortlichen auf, diese Sache nicht länger schleifen zu lassen sondern endlich wirksam und nachhaltig einzugreifen. Schluss) hn
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Roa über die „Grüß Gott“-Gesellschaft (orf.at)

Während die altehrwürdigen Feuilletons diesseits und jenseits des Atlantiks Street-Art jüngerer Schule gerade in ihren kunsthistorisch approbierten Kanon berichtenswerter Themen einreihen, sind die Künstler selbst weiter der Verfolgung durch die Behörden ausgesetzt.
Es ist nicht Koketterie alleine, wenn Street-Artists wie Banksy und Roa nur durch ihre Werke erkannt werden wollen. Auch die Prominenz der Szene ist nicht vor Festnahmen gefeit. In der Öffentlichkeit wird nicht groß darüber gesprochen, in den einschlägigen Foren im Internet kann man sich jedoch rasch ein Bild machen. Roa sagt im Interview mit ORF.at: „Bei Street-Art weißt Du nie, was Dich erwartet. Das ist anders als im Atelier. Ich habe versucht, nicht zu viele Probleme zu haben. Trotzdem habe ich viele Polizeiautos gesehen, und ich war auf Polizeistationen.“
Unkontrollierbar wie ein Pilz
Die Strafen für Graffiti seien absurd. Es sage viel über unsere Gesellschaft aus, dass Graffiti-Writer oft härter bestraft würden als jemand, der Kinder missbraucht, so Roa. Street-Art sei sichtbar – das sei das Problem. Was hinter vier Wänden im Verborgenen geschehe, interessiere niemanden, solange die äußere Hülle in Ordnung sei. Roa erinnert an den „Fall Fritzl“ und sagt, es reiche, jeden Tag freundlich „Grüß Gott“ zu sagen, um die Nachbarn nicht weiter zu interessieren. So viel Österreichisch hat Roa bei seinem kurzen Aufenthalt schon gelernt.
Er hat sich im Lauf der Jahre eine Theorie zugelegt, warum das Bemalen von Wänden immer noch verfolgt wird. Das Problem sei, dass sich Street-Art dem Verständnis vieler Menschen entziehe, weil sie den Grundprinzipien der Gesellschaft zuwiderlaufe. Die Künstler bekämen dafür kein Geld – im Gegenteil, die Farbe koste sogar noch etwas. Man wisse nicht, wer sie seien. Graffiti würden Angst machen, weil sie sich nicht kontrollieren lassen wie ein Pilz.

(…)

Simon Hadler, ORF.at

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Versuchter Handyraub durch Graffitisprayer (bmi.gv.at)

Presseaussendung der Bundespolizeidirektion Wien
Bereits am 24. Juli 2011 beobachtete ein 25-jähriger Bursche in der U-Bahn drei bislang unbekannte Täter beim Besprühen des U-Bahnwaggons. Als der junge Mann mit seinem Handy ein Foto von dem Trio machen wollte, stürzten sich die drei auf ihn und versuchten ihm das Mobiltelefon zu entreissen. Da sich das Opfer nach Kräften wehrte, flüchteten die Täter ohne Beute. Dieser „Sprayergruppe“ werden zahlreiche weitere Sachbeschädigungen im U-Bahnbereich beginnend mit Anfang Oktober 2010 aufgrund der charakteristischen Handschrift der Graffitizeichnungen zur Last gelegt.
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Graffiti-Jam in Gedenken an Levin Statzer

Am 10. September gedenkt man bei Wiens bekanntem Levin Jam erneut des viel zu früh verstorbenen Künstlers Levin Statzer.

In Gedenken an Levin Statzer, einem der bekanntesten Graffiti-Künstler Wiens, findet heuer bereits zum 6. Mal der Levin Jam statt. Am 10. September geht Wiens bekannter Graffiti Jam wieder an der Nordbrücke über die Bühne.
Zu Gast sind auch heuer einige große Namen aus der Szene. Die hochkarätigen Gäste sind CAT 22 aus Amsterdam, DIZER aus Paris, MASON aus Dortmund, MORON aus Amsterdam, NUG aus Stockholm, QUIK aus New York, RDKU aus Berlin, ROCKY aus Barcelona, SCHWARZ aus Berlin, SHER aus Amsterdam und VINO aus Barcelona.
Skero-Track für Levin
Außerdem gibt es eine sogenannte Rookie Wall auf der sich Anfänger ausprobieren dürfen. Wer sich noch schnell unter foundation@levin-statzer.at anmeldet, kann sich von einem Profi – heuer von QUIK aus New York – Tipps holen. Bitte unbedingt den vollen Namen und Alter angeben. Mindestalter: 10 Jahre.
Die ersten fünfzehn Anmeldungen malen bei dem Jam am 10. September mit, für die anderen gibt es in den darauffolgenden Tagen einen Mal-Workshop.
Der österreichische Hip-Hopper Skero ist selbst auch Street-Art-Künstler und hat seinem verstorbenen Freund Levin eine eigene Nummer gewidmet.
Levin Statzer Foundation
2005 kam der damals 30-Jährige bei einem Autounfall ums Leben. Freunde und Familie gründeten in Gedenken an ihn die Levin Statzer Foundation mit dem Ziel, junge KünstlerInnen und Projekte aus dem Street und Urban-Art-Bereich zu fördern.

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Warnschüsse gegen Teenager ohne Konsequenz

Polizisten, die jugendliche Sprayer mit der Waffe stellten, bleiben vorerst straffrei
Wien – „Wenn die Polizei einmal mit Pistolen auf Kinder losgeht, dann sind die Grenzen unseres Rechtsstaats überschritten.“ Der grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz ist aufgebracht. Die Beantwortung der von ihm an Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) gerichteten parlamentarischen Anfrage sei eine „Zumutung“.
Darin geht es um drei jugendliche Sprayer (im Alter von 13 bis 15 Jahren), die im Jänner einen „Antifa“-Schriftzug auf eine Mauer in Wien-Währing gesprüht hatten und mittels Schreckschuss an der Flucht gehindert worden waren (der Standard berichtete). Rechtlich gedeckt ist das durch das Waffengebrauchsgesetz, das keine Ausnahmen für Kinder und Jugendliche vorsieht – weswegen Kinder- und Jugendanwalt Anton Schmidt eine Gesetzesänderung gefordert hatte. Auch Pilz wollte den Vorfall nicht auf sich beruhen lassen und via parlamentarische Anfrage herausfinden, ob das Innenministerium den Schreckschuss in diesem Fall für gerechtfertigt hält.
„Meinungen und Einschätzungen sind nicht Gegenstand des parlamentarischen Interpellationsrechtes“, ist in der Beantwortung zu lesen. Aus dem Schreiben geht auch hervor, dass es zum Schusswaffeneinsatz gegen Kinder oder Jugendliche keine speziellen Vorschriften oder Dienstanweisungen gibt. Und dass die Polizeibeamten am Revier auf die Reisepassdaten der Jugendlichen Zugriff hatten, erlaube das Passgesetz.
Auf die Frage, welche Maßnahmen man ergreifen werde, um die Verhältnismäßigkeit des Waffengebrauchs, insbesondere bei Bagatelldelikten durch Kinder und Jugendliche, in Zukunft sicherzustellen, heißt es: „Durch regelmäßige Schulungen […] wird die Sensibilität hinsichtlich eines Schusswaffengebrauchs permanent gefördert und verbessert.“
Pilz will Disziplinarverfahren
Pilz hält das für die „übliche ÖVP-Kultur: Da werden Polizeiopfer schlicht und einfach im Stich gelassen. Tierschützer und Antifaschisten verfolgt man, während Rechtsextremisten und hochrangige politische Kriminelle geschützt werden.“
Die Causa ist für den Grünen-Politiker damit noch nicht erledigt: Er sei davon ausgegangen, dass die Innenministerin ein Disziplinarverfahren gegen die Beamten einleite. Da das offenbar nicht geschehen ist, will er das jetzt tun. (Jutta Kalian/DER STANDARD, Printausgabe, 3./4. September 2011)
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