Zehn Mädchen durften sich kreativ austoben – mit Sanktus von ganz oben.
Die ehemals trostlos graue Produktionshalle der Güssinger Mineralwasser AG in Sulz ist kaum mehr wiederzuerkennen. Auf der straßenseitigen Wand prangen bunte Schriftzüge, knallige Slogans und großflächige Schriftzeichen.
Workshop der Landesregierung
Im Unterschied zu städtischen Treffs der Graffiti-Szene waren hier aber keine illegalen Sprayer oder nächtlichen Sachbeschädiger unterwegs. Mit ausdrücklicher Erlaubnis der Werksleitung durften sich in Sulz zehn Mädchen bei einem zweitägigen Graffiti-Workshop des Landesjugendreferats kreativ austoben.
Interesse an bildender Kunst
„Wir registrieren großes Interesse der Jugendlichen an bildender Kunst. Daher organisieren wir Möglichkeiten, wo sie ihre Kreativität frei entfalten können“, berichtet Hermann Krenn vom Landesjugendreferat.
„Graffiti ist genauso eine Kunstform wie Malen oder Zeichnen“, ist die 19-jährige Katharina Strobl aus Eberau überzeugt, die an dem Workshop teilnimmt.
Für sie ist ebenso der erste Kontakt zur Spray-Kunst wie für die elfjährige Vanessa Marth. „Wir können uns die Motive aussuchen und unserer Phantasie freien Lauf lassen“, ist die Sulzerin begeistert.
Cool, poppig, lässig
Die bunte Stilform der Jugendkultur übt auf viele Mädchen und Burschen eine unwiderstehliche Faszination aus. „Graffiti sind cool, poppig, lässig. Durch Werbung und Musikvideos kommen sie an eine immer breitere Öffentlichkeit“, weiß Kursleiter Josef Wurm. Für viele seien Graffiti auch das Sprungbrett zur Malerei mit Öl oder Acryl.
Urbane Kunstform
Freilich sind sie vor allem ein städtisches Phänomen. „Dort gibt es viel mehr räumliche Möglichkeiten und auch viel mehr Jugendliche“, so Wurm.
Positive Bilanz
Von der rebellischen, nachtaktiven Sprayer-Szene in den Großstädten ist das Seminar in Sulz denkbar weit entfernt. „Die Mädchen sind ernsthaft und motiviert bei der Sache. Es sind tolle Bilder entstanden“, ist Wurm stolz.
Bunt muss es sein
Graffiti sind meist bunte Bilder oder Schriftzüge, die im privaten und öffentlichen Raum erstellt werden. Die Farben werden in der Regel aus Sprühdosen aufgetragen.
Oft entstehen Graffiti anonym, nicht selten auch ohne Einwilligung des jeweiligen Grundstücks- oder Hausbesitzers.
Sachbeschädigung
Illegale Graffiti gelten als Sachbeschädigung. Im Vorjahr wurde in Österreich ein Schaden von insgesamt knapp 3,5 Millionen Euro registriert.
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Manche sehen Graffitikunst als Verschönerung Wiens, andere als Sachbeschädigung
Von Sabine Karrer
Die Wiener Graffiti-Szene der ersten Generation ist in die Jahre gekommen.Wien. Ob Joseph Kyselak stolz auf seinen „Nachwuchs“ gewesen wäre? Der Österreicher malte im 19. Jahrhundert auf Wanderschaft seinen Namen an zahlreiche Gebäude und Wände, gilt als erster dokumentierter Vorreiter der Graffitibewegung und praktisch als Erfinder des sogenannten Taggens, dem Hinterlassen seines Namenszugs. Das rund 200 Jahre nach ihm das Graffitisprayen noch immer Aufmerksamkeit erregt und sich teilweise sogar als Kunst etabliert hat, hätte Kyselak sicher gefreut. Wie er zu legalen Flächen gestanden hätte, die etwa das Projekt „Wiener Wand“ zur Verfügung stellt, darüber könnte man streiten. Immerhin: Kyselak selbst wird beim Taggen zu Monarchie-Zeiten kaum um Erlaubnis gefragt haben.
„Die legalen Flächen nutzen vor allem Junge und Leute, die besonders schöne Sachen machen“, sagt Norbert Siegl, der im Rahmen des Projekts graffitimuseum.at Führungen zu verschiedenen Plätzen in Wien anbietet. Wie zum Beispiel am Donaukanal. Es gehe den Sprayern nicht nur, aber stark auch um Selbstbehauptung, teils um pubertäre Vorstellungen oder um die „Verarschung der Öffentlichkeit“, betont Siegl. Auch wenn junge Menschen immer wieder glauben, sie würden die Welt neu entdecken: Die Sprayer der ersten Generation sind heute um die 40, 45 Jahre alt.
Alter Hase tritt ruhiger
Einer dieser „alten Hasen“ ist Thomas. Nicht zuletzt, weil er in wenigen Monaten heiraten wird, wurde es Zeit für ihn, in Sachen Sprayen ruhiger zu treten: „Den Stress brauch’ ich nicht mehr“, sagt der Wiener. Und meint damit vor allem Stress mit der Polizei, mehrere Male wurde er in der Vergangenheit bereits verhaftet. Nachweisen konnte man ihm nie etwas, worüber er im Nachhinein froh ist. Denn die Strafen bei Verurteilungen sind hoch. Johann Golob von der Wiener Polizei bekräftigt, dass man natürlich gegen illegale Sprayer vorgehe, kann aber keinen Auf- oder Abwärtstrend erkennen. International arbeite man eng mit den Behörden zusammen, da es sich teilweise um Gruppen handelt, die durch die Länder ziehen und dort ihre Spuren hinterlassen, so Golob.
Früher ist Thomas regelmäßig mit Marker oder Spraydose losgezogen, um seinen Namen in der Öffentlichkeit zu hinterlassen. Tatsächlich nicht immer unbedingt legal, wie er heute zugibt. Wie viele Sprayer war er als Jugendlicher über Hip Hop mit der Szene in Berührung gekommen. „Ich mag es einfach, etwas Schirches schöner zu machen“, sagt er. Etwas „Schirches“, das können Betonwände ebenso sein wie öffentliche Gebäude. An privatem Eigentum würde sich Thomas allerdings ebenso wenig austoben, wie etwa an Bauwerken wie dem Stephansdom. „Davor hat man in der Szene Respekt“, sagt er.
Ähnlich wie einst Kyselak, hinterlässt auch Thomas in der Regel nur seinen Schriftzug. Und da ist er nicht der einzige: Namen wie Keramik, Solo oder Sand begegnen aufmerksamen Wien-Spaziergängern. Gesprayt wird mal nach mehr, mal nach weniger Vorbereitungszeit, erzählt Thomas: „Meistens überlegt man vorher, wo man seine Zeichnung hinterlässt, macht Skizzen und übt viel“, sagt er. Schnelligkeit ist dabei selten das wichtigste Kriterium, wer etwas auf sich hält, achtet immer auf die Qualität seiner Werke. Danach werde man schließlich innerhalb der Szene beurteilt. Wie vielen anderen Sprayern geht es Thomas nicht zuletzt darum, öffentlichen Raum zu erobern, Präsenz zu zeigen, seine Botschaft zu verbreiten. Auch wenn er sich selbst oft nicht im legalen Raum bewegt, würde er sich mehr freie Flächen wie jene des Projekts Wiener Wand wünschen, sagt er. „Insgesamt ist Wien sicher eine sehr saubere Stadt, was Graffiti betrifft“, betont er aber auch.
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Graffiti mal selber ausprobieren? Im Volksgarten kann man das derzeit selber ausprobieren. – © FMT-Pictures M. W
Graffiti, Breakdance, Slacklinen oder Pacour. Der Trendsport- und Lifestyleevent Checkpoint Jam im Salzburger Volksgarten hat Alles zu bieten. Und Jedermann von Jung bis Alt ist eingeladen, sich dabei selbst auszuprobieren.
Der Verein ONEMOVE veranstaltet vom 15. Bis 20. Juli das einwöchige Trendport- und Lifestyleevent CHECKPOINT JAM 2013 im Salzburger Volksgarten. Über die ganze Woche verteilt können Kinder, Jugendliche und Erwachsene verschiedenste Trendportart- und Lifestyleworkshops besuchen und dabei die Kunst des Graffiti-sprayens, MMA, Slacklinens oder Pacour erlernen.
Am Samstag findet der große Abschluss-Jam statt. Graffiti und Breakdance war am Eröffnungstag am Montag am Programm.
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Presseaussendung der Polizei Tirol
Mehrere Gebäude in Innsbruck mit Graffiti beschmiert
In der Nacht auf den 12.07.2013, gegen ca. 02:45 Uhr wurden mehrere Gebäude in Innsbruck (Universitätsstraße, Klara Pölt Weg, Ing. Etzel Straße und Dreiheiligenstraße) mit Graffiti (schwarze Sprayfarbe und teilweise ein schwarzer Edding Stift ) beschmiert.
Insgesamt wurden 14 Graffitis dokumentiert, wobei derzeit von 11 Geschädigten ausgegangen wird.
Die Erhebungen zur Täterausforschung sind derzeit laufend. Um Hinweise an die Polizei wird gebeten.
Bearbeitende Dienststelle: PI Saggen
Tel.: 059133/7589
Presseaussendung
vom 12.07.2013, 14:11 Uhr
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